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Logia Masónica – Freimaurerloge AFAM Nr. 960 i.Or. Bonn

Wer ist Freimaurer?

Ein Freimaurer ist aus dem gleichen „Lehm“ geformt wie alle anderen Menschen, die uns täglich im Beruf, im Freundes-, Bekannten- und Verwandtenkreis, in Vereinen oder in anderen Lebenssituationen begegnen. Allerdings unterscheidet er sich von vielen Menschen dadurch, dass er geistig interessiert, intellektuell anspruchsvoll und prinzipiell offen und neugierig ist. Für seine vielfältigen Fragen sucht er im Alltagsleben oft vergeblich nach Antworten.

Der weltweite, ethische Bund der Freimaurer bietet suchenden Menschen aus allen Berufen eine geistige Heimat, ohne indiskret nach Religion, Rasse und Nationalität zu fragen. Das den Bund einigende Band ist die Idee von Humanität, Toleranz und Brüderlichkeit. Die humanitäre Geisteshaltung bestimmt mit ihren geistig-sittlichen Zielen das Denken und Handeln des Freimaurers seit jeher. Mit der Aufnahme in den Bund ist der Suchende Freimaurer und Mitglied der Weltbruderkette.

Was tun Freimaurer?

Freimaurer wissen um den Wertepluralismus in unserer Gesellschaft. Deshalb bekennen sie sich zu zeitlosen ethischen Werten, die ihnen als dogmenfreie Orientierungshilfen für den Aufbau einer besseren und menschlicheren Welt – dem „Tempelbau der Humanität“ – dienen. Die in diesem Sinne wahrgenommene Verantwortung umfasst vor allem das couragierte Eintreten für die freie Entfaltung des Individuums und für den Schutz der Menschenwürde überall dort, wo diese gefährdet sind.

Freimaurer verzichten darauf, politische oder konfessionelle Programme zu formulieren oder im Bruderkreis parteipolitische Auseinandersetzungen zu führen. Glaubens-, Gewissens- und Denkfreiheit bleiben davon unberührt. Selbstverständlich darf ein Freimaurer Mitglied einer politischen Partei oder einer Religionsgemeinschaft sein.

Freimaurer sind nach ihrem Selbstverständnis nicht besser als andere Menschen, wissen aber von der Unzulänglichkeit des Menschen und konzentrieren sich auf das Wesentliche im Leben. Sie zeigen gerade deshalb im Umgang miteinander Humor und sind fröhlich wie andere glückliche Menschen auch.

Freimaurer sehen in ihrer Loge den Ort, an dem sie sich durch Informationsaustausch und gemeinsames Nachdenken bei der permanenten Arbeit helfen, ihren Horizont zu erweitern. Das freimaurerische Bestreben umfasst dabei: Das Überwinden von Vorurteilen, Klischees und Trennendem; das Entwickeln von Verständnis für Probleme des Zeitgeschehens; das aktive geistige Mitgestalten und Mitarbeiten als Referent bei Vorträgen, als Koreferent, durch Diskussionsbeiträge oder in anderer Weise. Auch die maßvolle und dosierte Wirkung nach außen in die Öffentlichkeit hinein ist – oft in Verbindung mit karitativem Engagement – ein Aspekt freimaurerischen Wirkens.

Die Loge

Die Loge ist der zentrale Ort freimaurerischer Aktivitäten. Sie ist Stätte der Begegnung, Zentrum geistiger Arbeit und Raum ernster Besinnung. Im überhöhten esoterischen Verständnis ist die Loge eine Vereinigung Gleichgesinnter, die an der Ausformung und Vervollkommnung der eigenen Persönlichkeit arbeiten wollen. Voraussetzung für den Erfolg dieser „Schularbeit“ ist ein offenes, ehrliches und hilfsbereites Miteinander der Logenmitglieder. Als Zeichen enger Verbundenheit und Vertrautheit benutzen Freimaurer untereinander die Anrede „Bruder“. – Das gesellige Leben der Loge bezieht zu bestimmten Veranstaltungen auch die Frauen und Familien der Freimaurer mit ein. Traditionell definiert sich die Freimaurerei jedoch als reiner Männerbund.

Tradition und Brauchtum der Freimaurerei

Historischer Ursprung der Freimaurerei sind die mittelalterlichen Bauhütten. In ihnen wurde das Wissen der Steinmetze um Geometrie und Statik, um kulturelle Einflüsse, künstlerische Stile und bautechnische  Innovationen – vorwiegend bei der Sakralarchitektur (Kirchen, Klöster etc.) – gepflegt und gehütet. Das überlieferte symbolhafte Brauchtum der Freimaurer ist ohne Kenntnis dieses kulturgeschichtlichen Hintergrundes nur schwer verständlich.

Verteufelungen der Freimaurerei, wie sie in der Vergangenheit vor allem seitens der katholischen Kirche vorgenommen wurden, waren nichts anderes als Versuche, die in der Zeit der Aufklärung zentral diskutierten Humanitäts- und Freiheitsgedanken – die sich die spekulative Freimaurerei zu eigen gemacht hatte – zu unterdrücken und den eigenen Machtanspruch über die Mitglieder abzusichern. Um die Brüder vor ungerechtfertigten Diffamierungen und Verfolgungen unter gewaltbereiten absolutistischen Herrschern zu schützen, war die für Außenstehende fragwürdige „Geheimniskrämerei“ der Freimaurer nicht nur sinnvoll und gerechtfertigt, sondern auch als tugendhafte Verschwiegenheit überlebenswichtig. Inzwischen gibt es mehr Transparenz. In vielen gut sortierten Bibliotheken und im Internet sind jedem Interessierten zahlreiche sachliche Informationen über die Freimaurerei zugänglich.

Die traditionsreichen rituellen Handlungen, wesentlicher Bestandteil der sogenannten „Tempelarbeiten“, gehen in ihrer symbolhaften Substanz bis auf die Antike zurück und erfüllen mehrere Zwecke: Sie dienen vorrangig der Aufnahme neuer Mitglieder in die Logengemeinschaft, dem Vertiefen menschlicher Bindungen innerhalb der Bruderschaft, dem Besinnen auf die moralischen und ethischen Werte des Freimaurerbundes, sowie der geistigen Sammlung und seelischen Erbauung des einzelnen Bruders. Für Außenstehende und Nichteingeweihte sind sie verständlicherweise tabu und aufgrund mangelnden geistig-seelischen Erlebens und fehlender Kontemplation auch nicht nachvollziehbar. Die Rituale kommen ausschließlich bei den Zusammenkünften im Tempel zur Anwendung.